Die Frauen Kaisers Friedrich II.
(1) Der Name von Adelheids Tochter Katharina von Marano deutet darauf,
dass Adelheid wohl eine Tochter des Herzogs Konrad von Urslingen war,
der 1198 auch unter dem Namen von Marano auftritt. Adelheid gehörte
demnach wohl zu dem Geschwisterkreis der Kinder des Herzogspaares
von Urslingen-Spoleto, in dem FRIEDRICH II. seine ersten Lebensjahre
verbrachte.
Es fällt auf, dass Kaiser FRIEDRICH später seinen aus dieser Verbindung
stammenden Lieblingssohn König Enzio nicht durch das Heilmittel der
legitimatio per matrimonium subsequens ehelich machte, das er bei
Manfred anwandte. Vermutlich war dies nicht mehr möglich, weil Adelheid
in den dafür verfügbaren Zeiträumen (1222/23, 1233/34) entweder schon
verstorben oder (wahrscheinlicher) bereits anderweitig verheiratet war.
Viermal war Kaiser Friedrich verheiratet, teils aus Liebe, teils aus
kaltem politischem Kalkül. Für Bianca Lancia verzichtete er auf
vorteilhafte Ehen, Isabell von Brienne brachte ihm das Königreich
Jerusalem. Adelheid eine deutsche Adlige, Tochter des Herzogs von
Spoleto, war in Hagenau seine große Liebe.
Friedrichs erste Ehe mit Konstanze von Aragón vermittelte Papst
Innozenz III. Die Ehe wurde im August 1209 in Palermo in
Anwesenheit beider Brautleute geschlossen. Konstanze war in
erster Ehe mit dem 1204 verstorbenen König Emmerich von
Ungarn verheiratet gewesen. 1211 ging aus der Verbindung mit
Friedrich als einziges Kind Heinrich hervor. Die Krönung zur
Kaiserin erfolgte 1220. Am 23. Juni 1222 starb Konstanze nach
dreizehn Ehejahren in Catania.
Neben seiner Ehe mit Konstanze hatte Friedrich mehrere Affären.
Etwa zur gleichen Zeit von Heinrichs Geburt, hatte Friedrich eine
Affäre mit einer sizilischen Adligen. Aus dieser Beziehung ging
einen weiterer Sohn mit Namen Friedrich von Pettorano hervor.
Nach Friedrichs Aufbruch 1212 in das Reich nördlich der Alpen,
hatte er im elsässische Hagenau ein Verhältnis mit der um 1194
oder 1195 geborenen schwäbischen Adligen Adelheid, einer
Tochter Konrads von Urslingen, des Herzogs von Spoleto. Aus
dieser Beziehung gingen zwei Kinder hervor, der um 1215 oder
1216 geborene Enzio (Heinrich) und die zwischen 1216 und 1218
geborene Katharina. (1)
1216 nach vierjähriger räumlicher Trennung holte Friedrich
Konstanze und Heinrich wohl aus politischen Gründen, in das
elsässische Hagenau.
Mittlerweile dreißigjährig, heiratete Friedrich nach dem Tod
Konstanzes die knapp vierzehn Jahre alten Isabella von Brienne, die
Thronfolgerin des Königreiches Jerusalem. Die Verbindung sollte
wohl Friedrichs Kreuzzugsgelübde festigen und wurde wohl
deshalb von Papst Honorius III. angeregt und vom
Deutschordensmeister Hermann von Salza vermittelt. Die Trauung
erfolgte am 9. November 1225 im Dom Santa Maria del Casale zu
Brindisi. Eine 1226 geborene Tochter verstarb früh. Nach nur
zweieinhalb Jahren starb Isabella 1228 an den Folgen der Geburt
des gemeinsamen Sohnes Konrad IV., der später römisch-
deutscher König wurde.
Etwa in der zweiten Hälfte der 1220er Jahre ging Friedrich ein Verhältnis
mit Bianca Lancia ein, die aus einer piemontesischen Markgrafenfamilie
stammte. Drei Kinder stammen aus dieser Verbindung, das älteste war die
um 1230 geborene Tochter Konstanze, die um 1241 den byzantinischen
Kaiser Johannes Vatatzes heiratete. 1232 kam der Sohn Manfred zur Welt.
Er trat 1254 die Nachfolge als König von Sizilien an. Das dritte Kind war
wohl Violante, die um 1233 geboren wurde. Sie wurde mit dem Grafen
Richard von Caserta vermählt.
Mittlerweile vierzigjährig, ging Friedrich in Worms, die dritte eheliche
Verbindung mit der einundzwanzigjährigen Isabella von Plantagenet ein.
Isabella war die Schwester König Heinrichs III. von England und Tochter
des verstorbenen englischen Königs Johann Ohneland. Die Mitgift belief
sich auf die enorme Summe von etwa sieben Tonnen Silber. Nach der
Hochzeit verschwand Isabella angeblich aus der Öffentlichkeit. Matthäus
Paris behauptet, Friedrich habe „die Kaiserin mehreren maurischen
Eunuchen und ähnlichen alten Ungetümen zur Obhut“ gegeben. Mit
Isabella hatte Friedrich etwa Ende 1236 eine Tochter namens Margarete
und einen Sohn, den im Februar 1238 geborenen Heinrich (auch Carlotto
oder Zarlotto genannt). Nach sechsjähriger Ehe, am 1. Dezember 1241,
verstarb Isabella möglicherweise an einer Fehlgeburt in Foggia.
Das nächste Heiratsprojekt Mitte der 1240er Jahre, mit Gertrud von
Österreich, scheiterte wohl an Friedrichs Exkommunikation. Auch blieb
der Plan einer Ehe mit Jutta von Sachsen unausgeführt. Diese
angedachten Verbindungen sind wohl politisch zu sehenden, sie hätten
Friedrichs Stellung im Norden des Reiches erheblich gestärkt und ihm die
Unterstützung eines wichtigen Fürsten in Österreich gebracht.
Im Jahr 1245 oder vielleicht erst 1248 heiratete Friedrich seine langjährige
Geliebte Bianca Lancia, um die Anzahl seiner legitimen Nachkommen und
möglichen Nachfolger zu erhöhen.
Soweit bekannt hatte Friedrich mit mindestens 13 Frauen wenigstens 20
Kinder. Einige üblen Nachrichten über Affären des Kaisers, dürften aber
der päpstlichen Propaganda, die ihn als Wüstling und daher für die
Herrschaft ungeeignet darstellten sollten, zu zuordnen sein.
Unbekannt sind die Mütter der Kinder Richard, Salvaza, Margarete und
vielleicht noch weiterer; genannt werden auch ein Sohn Gerhard und eine
Tochter namens Blanchefleur.
Hinweis:
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Name des Autors: Peter Müller-Helbling
Titel des Werks: Die Wegelnburg
Stand: 05.09.2016
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